Während viele die Osterfeiertage zur Ruhe nutzten, sorgten U2 für ein musikalisches Ausrufezeichen. Ohne große Vorankündigung veröffentlichte die Band am Karfreitag ihre neue, sechs Titel umfassende EP „Easter Lily“. Es ist bereits das zweite Kurzalbum in diesem Jahr und zeigt eine Band, die sich aktuell fernab des großen Show-Rummels mit den ganz großen Fragen des Lebens beschäftigt.
Zwischen Algorithmen und echter Freundschaft
Bono wird in begleitenden Texten (unter anderem im digitalen Propaganda-Magazin) sehr persönlich. Er hinterfragt, ob unsere zwischenmenschlichen Beziehungen und unser Glaube in einer Zeit, die von Algorithmen und ständiger digitaler Bewertung dominiert wird, noch Bestand haben. „Easter Lily“ ist dabei nicht nur ein religiöser Verweis, sondern auch eine Hommage an Patti Smiths Album „Easter“ von 1978, das Bono laut eigener Aussage als Teenager viel Hoffnung gab.
Die Highlights der EP
Klanglich bietet die EP eine faszinierende Mischung:
- „Song for Hal“: Ein berührender Tribut an den verstorbenen Produzenten Hal Willner, bei dem The Edge die Lead-Vocals übernimmt. Ein seltener und intimer Moment.
- „Scars“: Ein Song über Akzeptanz und das Überwinden innerer Tyrannen – eine Kollaboration, die ursprünglich mit Martin Garrix begann.
- „COEXIST (I Will Bless The Lord At All Times?)“: Der Abschluss der EP, untermalt von einem atmosphärischen Soundscape von Brian Eno. Ein meditatives Stück, das wie ein Wiegenlied in unruhigen Zeiten wirkt.
Fazit für Musikliebhaber
„Easter Lily“ ist kein lautes Stadion-Rock-Album. Es ist eine Einladung zum Innehalten. Dass U2 diese Songs fast still und heimlich veröffentlichen, unterstreicht den intimen Charakter des Werks. Es ist Musik „zwischen uns und euch“, wie die Band es nennt – ein echtes Geschenk für alle, die in der Musik nach mehr suchen als nur nach dem nächsten Radio-Hit.
Titelbild U2 – copyright by Anton Corbijn
